Ein Streit ums Hirn

Justiz Wem gehört das Hirn einer Mutter, die mit BSE-Verdacht im Koma liegt? Den Kindern, die vermuten, erblich belastet zu sein? Oder der Stadt Wien, die den Rinderwahnsinn erforschen will?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Letztes Jahr haben die Ärzte von Frau Ernestine S. eine tödliche Diagnose gestellt. Ihr Hirn wird in wenigen Monaten buchstäblich durchlöchert sein. Prionen, bestimmte Eiweiße, werden es in einen Schwamm verwandeln. Heute liegt die Frau im Krankenhaus am Rosenhügel im Koma. Der seltene Befund: Creutzfeldt-Jakob (CJK), vielleicht auch eine Form der Rinderseuche BSE. Einer der ersten Fälle in Wien. Restlose Klarheit wird erst eine Obduktion bringen.

Nur einer von zwei Millionen Menschen erkrankt an der CJK. Nach erschreckenden britischen Studien ist es erwiesen, dass die Rinderseuche BSE auf den Menschen übertragen werden kann. "Wenn das keine Epidemie gibt", befürchtete der Neuropathologe Hans Kretzschmar von der Uni Göttingen unlängst im Spiegel, "haben wir Glück gehabt."

Kein Wunder, dass sich die Stadt Wien, allen voran der europaweit anerkannte Experte auf dem Gebiet der CJK, der Wiener Neuropathologe am AKH, Herbert Budka, für das Hirn von Frau S. interessiert. Sobald Frau


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige