Presseschau

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

"Erfahrung muss Punch ersetzen", schrieb Peter Michael Lingens in seinem lang erwarteten ersten Kommentar im profil von vergangener Woche, nachdem er es in 23 Zeilen auf elf "ichs" gebracht hatte.

Gerade jenen Punch wollte sein Kollege Hans Rauscher im Samstags-Standard etwas dezenter ausgedrückt haben. "... das nunmehr ins Machohafte hinüberspielende Potenzial im Vergleich zum zurückhaltenden Potential" ist für ihn ein Beispiel, dass die neue Rechtschreibung "nicht durchgehend hässlich" ist, aber doch dort, "wo elegante Fremdwörter aus dem Lateinischen oder Französischen abgeleitet würden, "auf ziemlichen Plumpfüßen" daherkommt. "Ziemliche Plumpfüße" klang in der alten Rechtschreibung wahrscheinlich deutscher als in der neuen.

Doch auch das neumodische, "geradezu trampelnde" Wort "platziert" mag Rauscher nicht gefallen. Früher schrieb man eben nobel "placiert". Viel früher.

"Potenzial" ist machohaft, "Potential" zurückhaltend? Potente Kerle, allesamt.


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