Streifenweise

Kultur | W.Kralicek / I.Reicher | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Die mondgesichtigen Monsterkinder aus der US-Zeichentrickserie "South Park" treiben jetzt auch im Kino ihr Unwesen: Mit dem Titel "South Park: Bigger, Longer & Uncut" sind die Unterschiede zur TV-Version auch schon erschöpfend aufgezählt: Der Film ist größer (Leinwand!), länger (80 Minuten!) und vielleicht noch eine Idee ungeschnittener als die Serie. Ausgangspunkt der Story ist ein Kinofilm der in South Park beliebten kanadischen Comic-Helden Terrance & Phillip, der vor Kraftausdrücken nur so strotzt und der ohnedies verdorbenen Dorfjugend den Rest gibt. Die Mütter von South Park zetteln daraufhin eine antikanadische Kampagne an, die zu einer Kriegserklärung an das Nachbarland führt. Den Kampfhandlungen fallen u. a. Conan O'Brien, Bill Gates und die Baldwin-Brüder zum Opfer. So weit, so gut. Aber: Wann kommt endlich der erste "Simpsons"-Kinofilm?

Frauen mit Vision haben Konjunktur im Großkino: Die eine, ein französisches Bauernmädchen aus dem 15. Jahrhundert namens "Johanna von Orleans", wirkt in Gestalt von Milla Jovovich und unter der Regie von Luc Besson eher deplatziert und aufgeblasen. Die andere, eine amerikanische Friseurin namens Frankie (Patricia Arquette), wird von unerklärlichen Anfällen heimgesucht, die stets körperliche Spuren hinterlassen, deren Schema den Wundmalen Christi folgt. In "Stigmata" inszeniert Rupert Wainwright diese zeitgenössische Geschichte in ausgebleichten Farben mit unterschiedlich gewichteter Tönung und viel Glanzlicht, effektverliebt und stylish. Zwischen Pittsburgh, dem Vatikan und Südamerika erschließt sich dem sonderbeauftragten Priester (Gabriel Byrne) der wahre Sachverhalt einer klerikalen Verschwörung. Bis es so weit ist, ist Frankie Dauergast in der Notaufnahme, um schließlich visuell zur Reinkarnation des Heiligen Franziskus stilisiert zu werden. Ein nicht sehr tiefsinniges Produkt. Oder, wie es im Film selbst einmal heißt: "This is stupid."


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