Comandantina Dusilova: Billies Bilder

Stadtleben | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Die Welt ist elendiglich grausam. Wenn es stimmt, was unlängst ruchbar wurde, dann fehlen mir die Worte. Der reichste Mann der Welt (und vermutlich reichste aller Zeiten), William Gates der Zweite, allgemein als Billie the Nerd bekannt, ist im Besitz einer technischen Modetorheit, die sämtliche gängigen Standards der Kategorien "Geschmacklos" und "Gaga" sprengen dürfte. In seiner protzigen Villa am Lake Washington (die in etwa so aussieht, als hätte man Hannes Androschs Altausser Haus mit einer Festplatte gekreuzt) beherbergt der $oftware-Imperator die scheußlichste Errungenschaft der Menschheitsgeschichte. An den Wänden sämtlicher Wohnräume (und sicherlich auch aller Nasszellen) hat Billieboy überformatige LC-Bildschirme applizieren lassen. Sie werden von Zwergenweichprogrammen solcherart bedient, dass sie sich, von MS-Armbändern angesteuert, nach den gespeicherten Kultur-Voreinstellungen der jeweils Eintretenden chamäleonisieren. "So sehen die Leute immer nur das, was sie sehen möchten." Das ist mit Abstand das unsympathischste, was mir je zu Ohren gekommen ist! Ein Haus, das dekoriert ist wie die Homepage von Microsoft! Wehe, Otto Rau, der Innenarchitekt vom Meinl am Graben, bekäme diese Technik einmal zugespielt! www.geocities.com/Pentagon/4404


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