Mega, mega, mega

Neues Lokal Jenseits der Donau ist der kulinarische Irrsinn am Kochen. Die Gigantomanie hat einen Namen, aber keinen Geschmack.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 03/00 vom 19.01.2000

Wenn Sie glaubten, dass mit Copa Cagrana, Multiplexx und Rathausplatz die drei Säulen des Bösen erkannt, definiert und damit abwendbar sind, dann haben Sie nicht mit der Fantasie heimischer Kinocenterunternehmungen gerechnet. Beflügelt von dem Gedanken, im Jahr 2000 den Turm zu Babel doch zu bauen und ihn darüber hinaus auch noch mit Kinosälen und einer Art der Gastronomie vollzurammeln, für die es noch keine treffende Bezeichnung gibt (Convenience-Gastronomie, Frittothek), geschah in den transdanubischen Bezirken nämlich Entsetzliches: Die neuen Megakinokomplexe Cineplexx und Donauplexx installierten eine "Gastronomie" von vorerst verblüffender, mit zunehmender Betrachtung aber unerträglich werdender Niveaulosigkeit. Plastik-Pubs buhlen da mit Retorten-Pizzerien um die Wette, als Mittel der Kundenbalz wird sowohl Gesang, Aussehen als auch Geruch eingesetzt: Wummernde Schlager und der Duft von überhitztem Frittierfett, verbranntem Industriekäse und Knoblauch vermischten sich


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