Keine Panik!

Ausland Die Krise des Parteiensystems relativiert sich vor der Stabilität westlicher Demokratie.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 04/00 vom 26.01.2000

Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst italienischer Zustände. Nicht nur in Österreich ist die traditionelle Parteienlandschaft im Umbruch. Denn mit zehnjähriger Zeitverzögerung sind die aus der Zeit des Kalten Krieges stammenden politischen Verhältnisse gleich an mehreren Schauplätzen ins Rutschen gekommen. Italien war das erste Beispiel der Implosion jener Regierungsparteien, die dem Land rund um das Gravitationszentrum Democrazia Cristiana über ein halbes Jahrhundert seinen Stempel aufgedrückt hatten. Inzwischen agieren die Player der Politik am Ballhausplatz in Wien so byzantinisch wie einst jene am Quirinal in Rom. Französische Staatsanwälte wandeln, mit kühnen Vorstößen ins Herz der politischen Macht, auf den Pfaden der mani puliti des südlichen Nachbarlands. Und auch dass ein christlicher Parteikassier zum Strick greift, wie zuletzt in Berlin passiert, hat es im Rahmen des italienischen "Tangentopoli"-Skandals wiederholt gegeben.

In der New York Times erklärt


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