Kasino Austria

Tanz. Das Jahrhundert des Peter Turrini: das Tanzspiel "Kasino" im Kasino am Schwarzenbergplatz.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 04/00 vom 26.01.2000

Wer bisher keine Angst vor dem Tod hatte, sollte das Kasino am Schwarzenbergplatz in nächster Zeit besser meiden. Der Tod nämlich, der in der Uraufführung von Peter Turrinis neuem Stück "Kasino" auftritt, geht auf Stelzen und spielt Geige, er hat eine Punk-Perücke auf dem Kopf, und sein Gesicht ist weiß geschminkt. Der Tod ist ein Weißclown. Und die Hölle muss man sich wohl wie ein Stück von Peter Turrini vorstellen.

Dabei war das alles ganz anders gemeint. Glaubt man Peter Turrini, dann ist der Tod "ein freundlicher Mann". Wenn die Menschen in "Kasino" wie die Fliegen sterben, dann sind sie selber schuld daran. Warum müssen sie auch unentwegt Kriege führen, demonstrieren oder sexuelle Revolutionen anstiften? Tatsächlich ist der Tod der einzige in diesem gewaltsamen Jahrhundertreigen, der nicht Hand an einen anderen legt. Er ist bloß immer da und schaut dabei zu, wie die Menschen einander zuerst beschlafen und dann ermorden. Der Tod ist also so etwas wie der Stellvertreter des


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