Dänen lügen nicht

Film. Die Liebeskomödie "Mifune", der dritte nach den Reinheitsgeboten von "Dogma 95" gedrehte Film aus Dänemark, hält mit wackelnder Kamera an psychologischen Klischees fest.

Drehli Robnik | Kultur | aus FALTER 04/00 vom 26.01.2000

Keine Konservierungsmittel! Keine Farb- oder Aromastoffe! Ohne Zuckerzusatz! 100 Prozent fettfrei! Angesichts der Übersättigung von Mägen und Märkten wird manch hochwertige Feinkost als Roh- und Schonkost beworben, deren Wert gerade darin liegt, dass sie alles Mögliche nicht enthält. Der PR-Diskurs, der diese Rückbesinnung aufs Reine und Echte begleitet, verweist feierlich auf unerschütterliche Reinheitsgebote: Hier kommt nur Natur rein - und sonst nix. Bei meiner Ehr!

Kein Kunstlicht! Keine Tricks oder Filter! Absolut genre- und spektakelfrei! 100 Prozent Handkamera und Originalton an Originalschauplätzen! "Dogma 95" heißt das von Thomas Vinterberg und Lars von Trier verfasste (und tatsächlich so benannte) "Keuschheitsgelübde", das bislang vier dänische Regisseure abgelegt haben. Als stilpolitisches Manifest zur Rettung des Films vor der Oberflächlichkeit und Technologielastigkeit des "Illusionskinos" wirkt es wie die Übertragung der puristischen Warenästhetik von Bioläden

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