"Das kotzt mich an"

Bulimie. Nach neuesten Schätzungen leiden in ganz Österreich rund 200.000 Frauen an Essstörungen, viele davon unerkannt. Der "Falter" bringt das Tagebuch einer Bulimikerin, die sich im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in eine sechswöchige stationäre Therapie begeben hat.

Stadtleben | Aufgezeichnet von Dolores Achhorner. | aus FALTER 04/00 vom 26.01.2000

Tag 1 - Aufnahme 8 Uhr früh. Katholisches Krankenhaus. Im Foyer lächelt gütig der Heilige Vinzenz von einem Wandplakat. Verunsichert schauen ein paar Menschen durch die Gegend. Sind die wegen der gleichen Sache hier wie ich? Psychotherapie. Weil ich hin- und herpendle zwischen Hungern und Fressen. Und weil Letzteres nicht sein darf, ich dieses wieder erbreche: Bulimie. Zunächst war ich noch skeptisch. Sechs Wochen im Krankenhaus, gibt es nicht eine ambulante Möglichkeit? Aber das Erstgespräch zeigte: Zehn Jahre sind zu lange, als dass Therapie einmal pro Woche reichen würde.

Seit 1992 gibt es im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern das Department für Psychosomatik. Internist Peter Weiss holte die Ärztin und Psychotherapeutin Swanhild Piringer, die bei Erwin Ringel gelernt und mit ihm im AKH eine ähnliche Station aufgebaut hatte, in das Haus in der Stumpergasse. Essstörungen machen mittlerweile den Schwerpunkt des sechswöchigen stationären Aufenthalts aus. Aber auch Magen-Darm-Erkrankungen


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