Kein Supermarkt!

Kunstpolitik. Das Museumsquartier soll nicht am globalen Markt teilnehmen, sondern alternative Positionen formulieren.

Vorwort | Gerald Matt | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

"Fängt nicht das Beste überall mit Krankheit an", schrieb schon Novalis. Das trifft für das Museumsquartier in ganz besonderem Maße zu. Mehr noch: Die lange, komplizierte Genese dieses Projekts spiegelt im Mikro-Maßstab die Realverfassung der Republik wider, wie wir sie am Gewurschtel der österreichischen Politik der letzten Monate studieren durften. Die Geschichte des Museumsquartiers war nie eine zielorientierte Entwicklung hin zur möglichst schnellen Vollendung des größten österreichischen Kulturneubaus der Zweiten Republik, sondern zerfiel in verschiedene Etappen der Bewegung und des Stillstands. Diese wiederum waren geprägt von Partikularinteressen und von politischer Kleingeldzählerei. Oder von einem zweckfreien Willen zur Verhinderung, der in seiner selbstgefälligen Destruktionslust möglicherweise zum Wesenskern des Österreichischen zählt. Während der unendlichen Geschichte der Entstehung des Museumsquartiers ist nicht nur viel Wasser die Donau hinuntergeflossen,


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