Standpunkt: Jobs, Jobs, Jobs

Politik | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Schlimm genug, dass sich der steirische ÖVP-Landesrat Gerhard Hirschmann nach der Landtagswahl im Herbst in die Dienste des Magna-Konzerns stellen will. Schlimm genug, dass er dort auf den ehemaligen FPÖ-Landeshauptmannstellvertreter Karl-Heinz Grasser trifft. Aber Hirschmann und Grasser schimpfen sich wenigstens nicht Sozialdemokraten. Andreas Rudas hingegen schon. Trotzdem wird der scheidende SPÖ-Bundesgeschäftsführer ab März für Frank Stronach arbeiten. Für jenen Mann, der sich weigert, das österreichische Arbeitsrecht zu respektieren, der in seinen Betrieben keine Betriebsräte zulässt, der sich im Rechtsstreit mit dem ÖGB befindet.

Entweder wirft Rudas nun seine sozialdemokratischen Grundsätze über Bord, oder - was wahrscheinlicher ist - er hatte überhaupt nie welche. "Ich kann auch Damenbinden verkaufen, ohne sie zu tragen", lautet ein Stehsatz der Werbebranche. Nach diesem Leitspruch muss Rudas wohl auch gearbeitet haben, als er für den Verkauf der SPÖ zuständig war. Nun wissen wir, was Andreas Rudas mit seinem liebsten Slogan "Jobs, Jobs, Jobs" gemeint hat. Vor allem seinen eigenen. Jetzt, im Nachhinein, wird klar, warum die SPÖ letzten Sommer im Streit zwischen Magna und Gewerkschaft nicht eindeutig Partei ergriffen hat.


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