An den Titten des Staates

Kulturpolitik. Aller Voraussicht nach gibt es demnächst ein blau-schwarzes Kunstressort. Das Ende staatlicher Kulturpolitik, wie wir sie kennen, ist da. Grund zur Trauer oder Anlass zur Hoffnung? Eine Debatte.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Ein Fragebogen, den der Galerist John Sailer (Galerie Ulysses) vor einiger Zeit an Künstler versandte, stellte unter anderem die Frage: "Sind Sie der Meinung, dass es Aufgabe des Staates ist, die Kunstpolitik zu bestimmen?" Nur zwei von 83 Künstlern antworteten mit Ja. Unter staatlicher Kunstpolitik kann man sich freilich eine ganze Menge vorstellen. In seinem Buch "Das Ende des Josephinismus" (Edition Selene) vertritt der Philosoph Oliver Marchart die These, dass eine spezifisch österreichische Form von staatlicher Kulturpolitik, in der ein wohlwollender Souverän seine Untertanen aufklärt, soeben zu Ende gegangen sei(siehe dazu auch Falter 4/00). Michael Wimmer, Geschäftsführer des Österreichischen Kultur Service (ÖKS), dem es vor allem um die Förderung der kulturellen Bildung und die Kunstvermittlung an den Schulen geht, operiert ständig an der Schnittstelle zwischen staatlicher Kunstverwaltung, Kulturinitiativen, Medien und Wirtschaft. Der Falter bat die drei Herren zu einer

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