Wo die Barbiepuppen tanzen

Film. "Toy Story 2", den besten Actionfilm des Jahres, können Sie getrost mit Ihren Kindern ansehen: Spielzeug blutet nicht.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Komik und Rasanz sind einander verschwistert. So wenig wie Geschwister müssen sie freilich Hand in Hand auftreten. Der wenig temporeiche, dafür umso gründlicher destruktive Humor von Laurel & Hardy speiste sich ganz wesentlich aus dem slowburn, also dem fatalistisch viskosen Vollzug völlig vorhersehbarer Demütigungsrituale (Toupet abnehmen, Senf auf die Glatze schmieren), und Buster Keaton, der große Ökonom des Kinos, setzte auf ein behutsames Crescendo der Komik, in dem er sich nicht mehr als zwei Lacher pro Filmrolle zugestand - eine Bescheidenheit knapp an der Grenze zur Koketterie.

Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Kino von Keaton und dem Laurel & Hardys sind dennoch gering. Ersteres weist - bei aller athletischen Virtuosität des Zirkuskindes Keaton - eine starke erzählerische Komponente auf, während Laurel & Hardy, die beiden kleinbürgerlichen Wiedergänger Sisyphos', einer Art umgekehrtem action-Prinzip verpflichtet sind: Niederlage folgt Niederlage folgt Niederlage.

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