Unter Männern

FILM. Die wahre Geschichte eines Lebens im falschen Körper: "Boys Don't Cry" von Kimberly Peirce.

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Die Geschichte ist rasch zu Ende erzählt. In den letzten Dezembertagen des Jahres 1993 wurde Brandon Teena von zwei Freunden vergewaltigt und, nachdem er Anzeige erstattet hatte, von ihnen ermordet. Brandon war 21 Jahre alt, und er war eine Frau.

Derlei Begebenheiten - die außergewöhnlich, dabei alltäglich und zudem noch authentisch sind - haben Konjunktur, nicht nur in den Medien. Das Internet verzeichnet bereits Tausende von Einträgen unter seinem Namen, mehrere Bücher, darunter zwei Sachbuch-Bestseller, sind über seinen "Fall" erschienen und zuletzt noch eine Dokumentation namens "The Brandon Teena Story". Wodurch es für einen Spielfilm wie Kimberly Peirces "Boys Don't Cry" im Übrigen nicht einfacher wird, das Wahre auch wahrscheinlich zu machen. Das beginnt schon mit diesem Namen, der lediglich eine posthume Erfindung der Medien ist: Brandon selbst hat Teena, ihren eigentlichen Vornamen, vermutlich nie als Zuname verwendet.

Brandon stammte aus Lincoln, Nebraska, schnitt ihr Haar


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