"Wie jeder andere Mann"

LITERATUR. Eine Chance zur Wiederentdeckung eines grandiosen Romans: "Die allertraurigste Geschichte" von Ford Madox Ford ist neu aufgelegt worden.

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Nicht einer von uns hat bekommen, was er eigentlich wollte", resümiert ein sichtlich erschöpfter Erzähler gegen Ende eines Romans, in dem zwei der beteiligten Personen Selbstmord begehen, eine dem Wahnsinn verfällt und der Erzähler selbst wieder an den Ausgangspunkt zurückgekehrt ist - wobei sich als Tragödie wiederholt, was als Farce begonnen hat: "Hier stehe ich also am gleichen Punkt wie vor dreizehn Jahren. Ich bin der Wärter, nicht der Ehemann eines hübschen Mädchens, das mir keine Beachtung schenkt."

"Die allertraurigste Geschichte" von Ford Madox Ford (eigentlich: Ford Herrmann Hueffer, 1873-1939) erschien 1915 unter dem Titel "The Good Soldier". Ford war mit vielen der wichtigsten Schriftsteller seiner Zeit bekannt oder befreundet, gemeinsam mit dem um ein Vierteljahrhundert älteren Joseph Conrad verfasste er einige Bücher. Sein soeben wieder aufgelegter Roman, den Ford an seinem 40. Geburtstag begann und den er für sein wichtigstes Buch hielt, fügt sich auf den ersten


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