Balkan goes Schengenland

Kunst. Mit "Aspekte/Positionen" zeigt Lorand Hegyi "50 Jahre Kunst aus Mitteleuropa" im Museum moderner Kunst - und warum auch die reine Form der Politik nicht entkommt.

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Prost, ihr Säcke!" Aus den scheppernden Lautsprecherboxen, die bei keiner zünftigen Zusammenkunft mit maßweise Bier und Weißwurscht fehlen dürfen, dringt allergrößte Seligkeit: "Oans, zwoa, gsuffa!" Wir schreiben das Jahr 2000, befinden uns im Museum moderner Kunst, stehen vor einer Installation der Geschwister Hohenbüchler und lesen "Oktober 1810". So lautet der Titel der Arbeit, die erstmals in München gezeigt worden war und demgemäß nach jenem Jahr benannt ist, in dem das erste Oktoberfest stattgefunden hat. München im Museum bei einer Schau zu Mitteleuropa? "Zickezackezickezacke hoi-hoi-hoi!"

Grenzen ziehen, Zugehörigkeiten festlegen, Ausschlüsse definieren: "Wo fängt der Balkan an?" fragt Slavoj Zizek in seinem Buch "Liebe Deinen Nächsten? Nein, Danke!" - und bietet gleich eine ganze Reihe verschiedener Möglichkeiten an. "Im Kosovo" sei die richtige Antwort - für Serben. Für Österreicher und Italiener laute sie hingegen "Slowenien", und "für manche Norddeutsche


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