Nüchtern betrachtet: Ich brauche eine neue Fumicateurin

Kultur | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Oh Melancholie im Jännerwind! Matt klatscht der Regen gegen meinen Wintergarten, müde liege ich auf meiner Hermelindecke. Die heiße Schokolade im platingefassten Elfenbeintässchen ist längst erkaltet, allein mein Mohairpyjama hält mich warm. Äußerlich. In mir aber, da ist es kalt. Denn unterm Pyjama ist jeder nackt, ein Sack voller Knochen, wie Gott ihn schuf: Memento mori, cave canem, morituri te salutant - manchmal geht wirklich alles schief. Der Super-G ist abgesagt, die Morphiumspritze kugelt irgendwo im Puppenzimmer meiner Tochter bei den Sechzigerjahre-Barbies rum, und die Mätressen sind geschlossen zum Gewerkschafts-Gschnas. Im scharfen Galopp gegen die Einbahn auf dem Rücken meines feurigen Arabers, das wärs! Aber auch mein Sattelschlepper hat heute Ausgang, und allein mag ich nicht in den Stall gehen. Erschöpft tastet meine Hand nach der Cohiba-Kiste, fingert nach einer Corona und zieht sich mit schrundigen Fingerkuppen beleidigt wieder zurück. Was ist das? Wo ist


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