Alles muss raus

Haas-Haus. Als vor zehn Jahren am Stephansplatz das Haas-Haus eröffnet wurde, bestaunte halb Wien die erste Luxus-Shopping-Mall der Stadt. Weil jedoch die Kundschaft ausblieb, wird jetzt aus dem Hollein-Kunstwerk ein Kaufhaus.

Kultur | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Die Securitymannschaft hatte viel zu tun damals. Tagelang standen die Wiener Schlange, um einen Blick in die luxuriöse Warenwelt hinter der verspiegelten Fassade zu ergattern. Heiß ging es her, als im September 1990 das von Architekt Hans Hollein geplante Haas-Haus am Stephansplatz eröffnet wurde. Man schubste und drängelte, verirrte sich in den verwinkelten Gängen und suchte vergeblich nach Rolltreppen, die einen nach ganz oben brachten oder auch einfach nur wieder hinunter. Letzten Endes staunte und schaute man - und wartete ewig auf ein Plätzchen im Lift. Vergessen schien der Kulturkampf um das erste (post-)moderne Gebäude in der City, das das Haas-Haus aus den Fünfzigerjahren ersetzte. Ach ja - und irgendwo hat es angeblich auch noch Dinge zu kaufen gegeben.

Jetzt, zehn Jahre nach der Stürmung des architektonisch spannenden (und für die Innere Stadt bislang einmalig gebliebenen) Hauses am Dom, herrscht hier Endzeitstimmung. Viele Geschäfte stehen leer. Totalabverkauf im Anstandsmoden-Shop


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