Melange in Guatemala

Kulturaustausch. Transatlantischer Kulturexport: 500 Jahre nach Kolumbus kam ein Stück Wiener Gemütlichkeit nach Guatemala. Dort gibt es ein echtes Wiener Kaffeehaus.

Stadtleben | Klaus Höfler / Guatemala | aus FALTER 05/00 vom 02.02.2000

Sage mir, was du isst, und ich sage dir, wo du bist. Wiener Schnitzel, Palatschinken und Sachertorte: Wien? Falsch. Guatemala-Stadt. Und zwar seit 1992.

Es war ein großartiges Jahr für Guatemala. Nicht nur, dass Rigoberta Menchu friedensnobelpreismäßig honoriert und nach mehr als 30 Jahren Bürgerkrieg langsam über so etwas wie Frieden geredet wurde. Auch - und vor allem - hielt ein Stück österreichische Lebenskultur Einzug im Land der Mayas. Das Cafe Vienes öffnete seine Pforten.

Warum gerade ein Wiener Kaffeehaus? Die Antwort des Oberkellners bleibt unscharf: "Wir wollten unseren Gästen etwas Besonderes bieten", meint Orlando Cifuentes - wobei das "wir" wohl für das Management des elitären Hotels Westin Camino Real steht, in dessen Komplex sich das Lokal befindet. Dort war weniger ein ausgeprägtes Wien-Faible als marktwirtschaftliches Lückendenken für die Installation dieser über den Atlantik exportierten rot-weiß-roten Gemütlichkeitskulisse ausschlaggebend. Die Hotelführung


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