Krügers rechte Hand

FPÖ Der parlamentarische Mitarbeiter des neuen Justizministers Michael Krüger demonstrierte mit Ex-VAPO Chef Gottfried Küssel - mit Schlagstock.


FLORIAN KLENK
Politik | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Bisher hatte Justizminister Michael Krüger im Parlament kein wirkliches Aufsehen erregt. Einmal, nach den Anschlägen in Oberwart, schloss er sich den Aussagen des damaligen Sozialministers an, der Claus Peymann wegen kritischer Worte aufforderte, "das Land zu verlassen". Ein anderes Mal erregte Krüger Unmut, als er die Kritik an Haiders Vergleich der Nazi-Vernichtungslager mit "Straflagern" als "semantische Masturbation" abtat.

Nun ist Krüger Österreichs Justizminister. Kaum im Amt, hat er nun ein ernstes Problem. Einer seiner persönlichen Mitarbeiter war im Umfeld des Ex-VAPO-Chefs und verurteilten Ex-Neonazis Gottfried Küssel tätig. Sein Name: Rene Schimanek. Der zweite Sohn des niederösterreichischen FPÖ-Landesrates Hans Jörg Schimanek und Bruder des nach dem NS-Verbotsgesetzes vorbestraften Hans Jörg Schimanek jun. Vergangene Woche wurden alle Journalisten, die den neuen Justizminister Krüger suchten, vom Sekretariat im FPÖ-Klub an Rene Schimanek verwiesen. Er sei, so die Dame an der FPÖ-Telefonzentrale, "sein Sprecher" und "persönlicher Mitarbeiter".

Schimaneks Vergangenheit zeigt, wie ernst es der FPÖ und dem von ihr nominierten Justizminister Krüger mit der Abgrenzung zum rechten Rand ist. Noch Ende der Achtzigerjahre, genau am 21. März 1987, demonstrierte Rene Schimanek mit seinem Bruder Hans Jörg und Gottfried Küssel. Nicht nur das: Wie Fotos beweisen, war Rene Schimanek mit einem Schlagstock und Militärstiefeln zum allfälligen Kampf ausgerüstet. Wenige Meter vor ihm streckt Gottfried Küssel den Arm zum Gruß.

Heute will der Mitarbeiter des nunmehrigen Justizministers davon nichts wissen: "Ich war nie bei der VAPO. Ich habe damals bei einem Treffen meinen Bruder gegen die linken Chaoten verteidigt. Es wird doch noch zulässig sein, dass wir uns wehren", rechtfertigt sich Schimanek gegenüber dem Falter. Außerdem, so betont der Freiheitliche plötzlich, sei er "eh nur mehr für die Post" Krügers zuständig. "Ich habe ja nur eine Kollegin, die jetzt in Brüssel arbeitet, vertreten." Justizminister Krüger war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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