BEDIENT: Vorzüglich

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Sie erinnern sich an Frau B.? Sie behauptete, bei einer Hausdurchsuchung von Beamten des Kommissariats Ottakring als "Bimbohure" und "Negerschlampe" beschimpft worden zu sein. Die Türe sei grundlos eingetreten, ihr Mann ohne Grund verhaftet und nach drei Tagen wieder freigelassen worden. Ihre Wohnung wurde verwüstet. Als sie blutete, weil ihr ein Polizist die Tür gegen den Kopf rammte, hätte ein Beamter mit "Oh, Madame blutet wie ein Schwein" reagiert. Nun gibt es einen Bericht des Kriminalbeamteninspektorats der Bundespolizeidirektion Wien. "Sehr geehrte Frau B.", schreibt der Leiter des Inspektorates: "Hiermit wird Ihnen der von der Behörde als erwiesen angenommene Sachverhalt mitgeteilt." Die Beschimpfungen "wurden nicht getätigt. Sie wurden nicht geduzt. Ein voreingenommenes Verhalten der Beamten konnte nicht festgestellt werden. Die Amtshandlung wurde nach den der Situation entsprechenden Notwendigkeiten durchgeführt." Es werde aber neuerlich betont, "dass die Verletzung auf unglückliche Weise zustande gekommen ist und zutiefst bedauert wird". Natürlich stehe es Frau B. auch frei, sich gegen die Polizei beim Unabhängigen Verwaltungssenat zu beschweren. Fassen wir also zusammen: In einem zwei Seiten langen Schreiben wird eine Frau, die heulend vor Journalisten tritt, als Lügnerin entlarvt. Es ist beruhigend, dass das Kriminalinspektorat dieses infame Vergehen der Frau so schnell aufgedeckt hat. Noch dazu, ohne unhöflich zu sein. "In der Hoffnung, Ihnen mit der Beantwortung Ihrer Beschwerde gedient zu haben, verbleibe ich in vorzüglicher Hochachtung. Mag. Michael Lepuschitz, ORat."


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