Kommentar: Es regnet wieder Nazi-Buben!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Die neue Regierung ist so ziemlich genau das, was der Brite wenig vornehm "a pain in the ass" nennt. So sehr ein grober Keil auf einen groben Klotz gehört, so wenig können sich aber gerade die Gegner der schwarz-blauen Koalition der Arbeit der Differenzierung entwinden. Das ist lästig, anstrengend und unerlässlich, schon allein deswegen, weil ab sofort jede Auseinandersetzung im Lichte der "Wende" betrachtet werden wird.

Gerade jene, denen es um mehr geht, als sich den moralischen Surplus des "Ich hab die nicht gewählt" ans Revers zu heften und im Saft des eigenen Gutseins zu schmoren, müssen sich davor hüten, sich aufs Medium der Schwarz(blau)-weiß-Malerei zu verlassen.

Wer zum Beispiel jeden Peymann-Kritiker als "Rechten" brandmarkt, zerstört, wie Marlene Streeruwitz meint (siehe Seite 22f.), alle Grundlagen eines intellektuellen Diskurses, der den Namen verdient. Und "sich als links gerierende Personen" würden auf diese Weise "zu den besten Kumpels von Haider".

Wie kompliziert


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige