KULTURPROTEST: "Wirklich nicht zum Feiern zumute"

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Die Elektronikszene, so heißt es, möchte die derzeitigen Demonstrationen gegen die neue Regierung noch kraftvoller instrumentieren und mit wattstarken Soundsystemen ausstatten. Doch manchmal muss Protest gar nicht laut sein, um deutlich wahrgenommen zu werden. Vergangenen Freitag etwa, im Konzerthaus, wurde die Komponistin Olga Neuwirth nach der österreichischen Erstaufführung ihres neuen Orchesterstücks "Clinamen/Nodus" von mehreren aufgebrachten "Aufrechten" angepöbelt. Grund dieser Aufregung war nicht etwa eine flammende Rede wider den Faschismus, sondern einfach nur ein schwarzes Band, das sich Neuwirth um den Arm gebunden hatte, als sie sich auf der Bühne für den Applaus bedankte.

Andere Künstler entschieden sich zu drastischeren Protestaktionen. Der Pianist Andras Schiff zum Beispiel sagte ein Konzert für die österreichische Botschaft in Washington kurzfristig ab: "Politik und Kunst können nicht voneinander getrennt werden. Wer dies nicht glaubt, soll sich an jene Zeiten


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