"Ein einziges Grinsen"

ÖSTERREICH NEU Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek sprach mit dem "Falter" über blaue Anbiederungen, über die Reaktionen der EU, die Entsolidarisierung unter Intellektuellen und über den Sicherheitsabstand, den ÖVP-Politiker zu ihr einhalten sollten.

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Österreichische Künstler und Intellektuelle können sich über einen Mangel an medialer Aufmerksamkeit derzeit nicht beklagen. Ob die jüngsten politischen Veränderungen Anlass zur Freude, zur Hoffnung oder zur bloßen Erleichterung darüber, dass es nicht so weitergeht wie bisher, sind, ist umstritten. Die Schriftstellerin Elfriede Jelinek jedenfalls hat sich, wie sie im Falter-Interview anmerkt, von Österreich innerlich schon verabschiedet.

Falter: Der freiheitliche Kultursprecher Michael Krüger (mittlerweile Justizminister) hat neulich ein "ganz, ganz, ganz, ganz tolles" Gespräch mit Ihnen geführt. Was genau war denn so toll daran?

Elfriede Jelinek: Das müssen Sie schon ihn fragen. Er hat mich in einem Zugabteil geentert, und wir haben ein zivilisiertes Gespräch geführt. Er ist sicher einer von den liberaleren in der Partei und auch glaubhaft ein Antifaschist.

Wird man in nächster Zeit mit weiteren Umarmungsversuchen rechnen müssen?

Mir sollte von denen besser niemand näher


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