Die Doofen

THEATER Travestie im Akademietheater: Ignaz Kirchner und Gert Voss spielen und inszenieren "Die Zofen".

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Möglicherweise wird das Theater zu den wenigen Nutznießern des Rechtsrucks gehören: Es könnte wieder spannender werden. Erstes Beispiel: Am Abend, bevor die neue Regierung angelobt wurde, stürmte eine Hundertschaft Demonstranten die Bühne des Burgtheaters; die Vorstellung wurde unterbrochen, die (teilweise vermummten) Gäste forderten die Zuschauer auf, sich an den Protestaktionen zu beteiligen. Nach der Vorstellung, die nach dem Zwischenfall zu Ende gespielt wurde, kam Direktor Klaus Bachler (unvermummt) auf die Bühne und erinnerte daran, dass das Burgtheater als "Ort der Aufklärung und der Wahrheit" geschaffen worden sei. Schön. Noch schöner wäre es gewesen, wenn das Burgtheater von sich aus auf die Lage reagiert hätte. Als die Demonstranten kamen, wurde übrigens gerade "Harold und Maude" gespielt.

Tags darauf - die Regierung war mittlerweile angelobt - gab es im Akademietheater eine Premiere. Wider Erwarten kam es diesmal zu keinen außertheatralischen Auftritten; die Aufführung

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  • BEDIENT: Vorzüglich
    Politik | FLORIAN KLENK
  • Weinwerter Preis 142: Der kleine Pin
    Stadtleben
  • Hollywood kontra Internet
    Medien | Harald WOSIHNOJ
  • Stadtleben
    Stadtleben | S.N. fussball Rechtsaußen Wie politisch ist der Fußball?Der argentinische Trainer Cesar Luis Menotti ("El Flaco") unterschied "linken" Fußball (spielerisch, kreativ) von "rechtem" Fußball (körperbetont, destruktiv).Mittlerweile haben die unterschiedlichen "Systeme" an Bedeutung verloren, der Fußball wurde unpolitischer.In Österreich regierte auch auf dem Rasen großkoalitionäres Einerlei; sogar die einst klassenkampfähnliche Rivalität zwischen Rapid und Austria wurde sozialpartnerschaftlich abgesoftet.Schwer zu sagen, wie sich der Rechtsruck auf den heimischen Fußball auswirken wird.Wie die Europacup-Leistungen zeigen, dürften EU-Sanktionen in diesem Fall aber nicht notwendig sein. W.K.NachtaG Mifegyne Am 27.Jänner 1999 wurde im Krankenhaus Korneuburg erstmals die "Abtreibungspille" Mifegyne verabreicht.Jetzt, ein Jahr danach, hat man erstmals Bilanz gezogen.Die fällt - wenig überraschend - eindeutig positiv aus. 500 Behandlungen wurden durchgeführt, 361 Frauen haben im Anschluss an den Abbruch einen Fragebogen ausgefüllt.Davon würden 93,6 Prozent - sollte es zu einer erneuten ungewollten Schwangerschaft kommen - wieder mit Mifegyne abtreiben.Von den 115 Frauen, die bereits einen Abbruch hinter sich hatten, äußerten sich 88 im Nachhinein. 78 von ihnen würden ebenfalls wieder Mifegyne wählen.Als negativ wurde von den meisten Frauen angeführt, dass es außerhalb Wiens lediglich zwei Stellen gibt, an denen Mifegyne (das seit zwei Wochen offiziell zugelassen ist) verabreicht wird. S.N.Kinder Im Dunkeln Im Rahmen des wienerferienspiels führt der Österreichische Blindenverband Kindern die "Welt im Dunkeln" vor.Im Louis-Braille-Haus (14., Hägeling. 4-6) werden am Freitag (11.2.) ab 9.30 Uhr tastbare Bilder gezeichnet, wird blind gekegelt, ein Sinnesgarten erforscht und Blindenschrift versucht.Ab 14 Uhr gibt es ein Abschlussfest mit Clown Enrico, allerdings wohl im Hellen. C.W.Wetter Kaspelkantsle Die Om'schen sind in ihrem Element.Für die Katmandesen ist bekannterweise Wettermachen keine lästige Pflicht, sondern dient der Erfüllung ihres für westliche Begriffe am besten mit humanistisch zu beschreibenden Weltbilds.Kaum hatte "die Kaspekantsle die imme die g'inst und die imme die hat ene Maschel" die Löschblattwalze über seine Unterschrift gerollt, da sprang Whan Nhed Ieds an die Schönwetterregler und schob sie auf 160."Die iste iets gants wiktig", meinte Oms Schwester.Warmes Wetter sei unabdingbar für die demokratischen Spaziergänge der kommenden Nächte. A.D.
  • Alle Artikel dieser Ausgabe
    FALTER 06/00

Anzeige

Anzeige