Querlängs in die Kiste

LITERATUR Robert Schneiders jüngstem Roman, "Die Unberührbaren", gelingt es, die beiden Vorgänger der "rheintalischen Trilogie" noch zu unterbieten.

Kultur | KLAUS KASTBERGER | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Den Johannes Elias Alder, die Hauptfigur aus Robert Schneiders Erstlingsroman "Schlafes Bruder", habe ich mir immer mit ganz dicken Aknepusteln vorgestellt. Nur so konnte ich mir erklären, was unter Vorarlbergs Himmel in der entscheidenden Szene des Erfolgsbuches passiert. Da liegt der adoleszente Bursche unter Körperkrämpfen in der Landschaft und hat plötzlich vom "Wehklang" sterbender Wale bis zum "Bersten" gigantischer "Wolkenchöre" den ganzen Klang des Universums im Ohr. Aus dem Körper strömen schlagartig die Exkremente, der Schweiß und - wie ich meine - mit Sicherheit auch der Eiter aus sich öffnenden Poren: eine Fantasie der Wandlung, wie sie nur in der Pubertät wahrscheinlich und später zumeist pathologisch ist.

Der soeben erschienene letzte Teil von Schneiders "rheintalischer Trilogie" beweist, dass der Autor seinem Thema und seinem Stil treu geblieben ist, ja mehr noch: dass es mit beidem noch viel schlimmer kommen konnte. "Die Unberührten" führen den Schriftsteller


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