Die großen Abwesenden

KUNST In der Kunsthalle Wien werden Gemeinsamkeiten zwischen Samuel Beckett und Bruce Nauman gesucht - und gefunden.


MATTHIAS DUSINI
Kultur | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Sein Kopf ist vorgebeugt, die Haare verdecken das Gesicht. So zeigte sich 1968 der damals siebenundzwanzigjährige Bruce Nauman auf der Einladungskarte für die Düsseldorfer Galerie Konrad Fischer. Während sich damals kaum wer die Mühe gemacht hätte, hinter den Haarschleier zu blicken, vertritt heute dieses Foto auf der Vorderseite des Katalogs zur Ausstellung "Samuel Beckett / Bruce Naumann" den berühmtesten Abwesenden im internationalen Kunstbetrieb. Samuel Becketts faltiges, wie von Alberto Giacometti geschaffenes Gesicht versinnbildlichte schon 1969, als er die Nobelpreisverleihung schwänzte, die nach 1945 aus dem Untergrund gekletterte europäische Avantgarde.

Als Beispiel transatlantischer Avantgardeströme nach dem Zweiten Weltkrieg kam Beckett mit einer Videoarbeit im retrospektiven Teil der letzten documenta vor. Nauman hingegen gehört zu jener zweiten Generation amerikanischer Künstler, die in den späten Sechzigerjahren den Kampf gegen die Ölmalerei fast schon überspringen

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