Schizo-Punk im Kanzleramt

MUSIK Staatssekretär Franz Morak steht auf dem Höhepunkt seiner Politikerlaufbahn. Seine mindestens ebenso beachtliche Karriere als Rockmusiker hingegen ist beinahe in Vergessenheit geraten.

ROBERT ROTIFER | Kultur | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Schläft die Plattenindustrie? Franz Morak ist Staatssekretär, doch sein musikalischer Nachlass ist vergriffen; vergessen die einstige Relevanz des selbst ernannten "Anarchisten des Rock 'n' Roll" (Quelle: SR-Archiv). "Morak macht Widerstand", schrieb der Schriftsteller Michael Scharang auf dem Cover von Moraks drittem Album "Sieger sehen anders aus" (1983) anerkennend. "Mit seinem Rock 'n' Roll zerfetzt er die Zerstörer der Welt. Seine Poesie zersägt die Mauer, hinter der sie sich verstecken. Er stellt diese Monstren vor den Zerrspiegel, damit sie identifizierbar werden. Sie und ihre Neue Deutsche Fröhlichkeit. Das verordnete Discoschunkeln und die tote Geselligkeit. Morak macht Widerstand. Das heißt: Morak macht starke Musik."

Mit der hymnischen Dreistimmigkeit von Chorgesang und singenden Metal-Gitarren wagte Morak auf seinen ersten beiden, von Christian Kolonovits und Peter Wolf produzierten Alben "Morak" (1980) und "Morak 'n' Roll"(1981) - lange vor V.S.O.P. - den radikalen Soundclash

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