Stadtrand: Chillen auf Rädern

Stadtleben | C.W. | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Wurde an dieser Stelle eigentlich schon einmal die Wiener-Linien-Einrichtung "Nachtbus" gelobt? Wenn ja, dann sicher nicht in aller Ausführlichkeit. Also: Nachtbusfahren ist cool. Fast so cool wie damals oben im Doppeldecker-13A zu sitzen: Es gibt keine meckernden Senioren, kein Gedränge, und die Stimmung unter den Mitreisenden ist extrem angenehm, fast solidarisch. Die Fahrgäste sind noch ein wenig euphorisch, aber nicht zu aufgedreht. Schließlich kommt man gerade woher und ist - zumindest die meisten - auf dem Weg ins Bett. Die Fahrer drücken gerne ein Auge zu und nehmen es mit den Haltestellen nicht so genau. Da kann es schon vorkommen, dass man 400 Meter vor der offiziellen Haltestelle ein Einstiegsangebot ("Sonst müssen S' eine halbe Stunde im Regen warten") bekommt. Mit dem Nachtbus nach Hause zu fahren ist auch günstig: Für 15 Schilling könnte man sich quer durch die Stadt kutschieren lassen. Und wer kein Kleingeld für den Automaten hat, bekommt mit etwas Glück vom Fahrer (oder anderen Fahrgästen) eine Freifahrt "geschenkt". Chillout in der Nightline ist einfach das perfekte Ende für einen schönen Feierabend. Einzige Voraussetzung: Man muss (noch) in der Lage sein, Fahrplan und Streckenführung zu durchblicken.


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