SIDEORDERS: Wiens Eintöpfe

Stadtleben | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Siebeck verachtet ihn als reaktionär und als Antithese zum feinen Genuss. Nur sieht Siebeck die Sache da vielleicht ein wenig zu einfach. Diverse Erbsensuppen Norddeutschlands mögen den Bann vielleicht verdienen, anderswo weiß man die Synthese, hergestellt durch gemeinsame Garung, durchwegs positiv zu nützen. Hier zum Beispiel: CAntina e l'arte, 1., Hohenstaufeng. 15, Tel. 531 31-41490, Mo-Fr 15-23 Uhr.

Der beste Friulaner Wiens. Die Kutteln hier sind legendär, zählen zum Besten auf diesem Sektor, werden frisch aus der Steiermark eingeführt.

Bayou, 2., Leopoldg. 51, Tel. 214 77 52, Mo-Sa 18-1, So 11-15 Uhr.

Wiens allererste Adresse für die wunderbaren Gumbos und Jambalayas, quasi die Personifizierung des Eintopfgedankens. Auch der Rest ist fein.

Bluebox, 7., Richterg. 8, Tel. 523 26 82, Di-So 10-2, Mo 18-2 Uhr.

Hier fällt eintopfmäßig vor allem das "blue cooking" am Montag ins Gewicht, jede Woche ein anderes Gericht aus dem großen Topf, dazu viel Bier und feine Musik.

Saint Michel, 1., Salzgries 15, Tel. 532 40 47 u. 1., Riemerg. 14, Tel. 512 57 01, Mo-Sa 11.30-24 Uhr.

Die beiden südfranzösisch inspirierten Bistros der "Levante"-Macher, nach Vorbild der mittlerweile gecrashten englischen Bistro-Kette "Pierre Victoire" ausgerichtet, bieten neben anständiger Bistro-Küche vor allem den südfranzösischen Eintopf Cassoulet (Bohnen, Lammfleisch, Wurst) und ein nicht uninteressantes Confit de Canard.

Kostas, 1., Friedrichstr. 6, Tel. 586 37 29, tägl. 11-24 Uhr.

Bei diesem herzerwärmenden Griechen am Karlsplatz kann man ohnehin immer wieder mit tollen Eintöpfen rechnen, sein Stifado aber ist einsame Spitze.


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