Alltag rein, Tourismus aus?

Tourismus Wegen der Regierungsbeteiligung der FPÖ sind Einbußen im Österreich- und Wien-Tourismus zu erwarten. Wer mag schon in Haider-Land urlauben?

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Die drei jungen Touristinnen aus Italien ließen sich vergangenen Freitag am Heldenplatz nicht verschrecken, als dort die Post abging. Sie schauten, fragten Passanten, klapperten schließlich mit ihren Schlüsselbunden und ließen sich vor den Demonstranten fotografieren, die mit Pfeifen und Geklapper lautstark gegen die Angelobung der FPÖVP-Regierung in der Hofburg protestierten.

Aber höchstwahrscheinlich sind sich solidarisierende Wien-Touristen die Ausnahme. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle politische Lage in Österreich dem Image des Landes und damit dem Tourismus extrem und auf Dauer schaden könnte. Vor allem Besucher aus den EU-Ländern werden es sich überlegen, ob sie ihren Urlaub in Österreich verbringen, solange die Haider-Partei mitregiert.

"Die derzeitige politische Situation macht mir echt Sorgen", sagt Helmut Peter, Präsident der österreichischen Hoteliervereinigung und Rössl-Wirt am Wolfgangsee. Wo jemand seinen Urlaub verbringe, sei eine emotionale Entscheidung.

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