PHETTBERGS PREDIGTDIENST: Plug and play

... Der Aussätzige, der von diesem Übel befallen ist, soll eingerissene Kleider tragen und das Kopfhaar ungepflegt lassen; er soll den Schnurrbart verhüllen und ausrufen: Unrein! Unrein! Solange das Übel besteht, bleibt er unrein; er ist unrein. Er soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers ... Lev 13, 1-2.43ac.44ab.45-46 (1. Lesung am 6. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

Sie haben ja keine Ahnung, was ich aufführe, Duhsub! Ich verwalte die Erscheinungen und werde von ihnen erschlagen. Langsam, während das Leben verrinnt. Da sich niemand mit mir abgibt, sammle ich die Reizungen des öffentlichen Raums und erliege ihnen. Jedes Mal, wenn ich vorm Stephansplatz an der Schuhhandlung Humanic vorbeigehe, starre ich Stunde um Stunde auf den Bildschirm in der Auslage und warte auf den Augenblick, wo der devote Jüngling seiner Herrin den von ihm verschuldeten Tropfen von den Füßen leckt. Wie sich seine Schuld in seine Lust und seine Lust in seine Scham, dass er eingesteht, eine hündische Natur zu sein, verwandelt. Schläge, Tritte, Führung, Weisung will, wenn er nur bleiben darf. Und du schmutziger, alter Abfall bleibst für immer erniedrigt, dir dieses Video dein Leben lang ununterbrochen ansehen zu müssen. Das Gesicht des Leckers ist so voll wie das Hypertexttransferprotokoll (http). Eine Tröstung findet nicht statt. Schuhe kaufen und wichsen! Zuerst bettelte ich das Personal um ein Poster an und errichtete es in meinem rosa Zimmer. Gottwehen. Gott wehe! Gottweh. Gott Weh. Und mich brunzen nicht einmal die Hunde an! Das geht alles auf dein Konto, Gott der Herr, wenn du vor mir wimmern wirst am Tag des Jüngsten Gerichts.


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