Stadtmensch

Stadtleben | C.W. | aus FALTER 06/00 vom 09.02.2000

"Manchmal sitze ich mit meinem Notebook im Kaffeehaus und arbeite", sagt Neil Curtis. Das sei zwar nicht überall erlaubt, aber mit Glück findet der 28-jährige Multimediakünstler einen Steckdosenplatz und einen toleranten Kellner. "Ich liebe einfach die kreative Atmosphäre von Kaffeehäusern." Neil Curtis verbindet Bodypainting mit Computerkunst. "Tribal Tribute" heißt das Projekt, mit dem er jetzt den vor zehn Jahren gestorbenen US-Künstler Keith Haring ehren will. Für die Ausstellung im Cafe Berg (16.2.-10.3.) hat Curtis eine Bodypainting-Session im Haring-Stil inszeniert und digital fotografiert. "Bodypainting ist eine ganz eigene Körpererfahrung. Das kann schon ziemlich exzessiv werden." In den letzten Jahren hat er zwölf Körperkult-Projekte realisiert - stets mit männlichen Modellen: "Es gibt doch eh schon genug Künstler, die mit Frauen Bodypainting machen. Die Leute glauben immer, die Sessions seien Orgien", erzählt Neil Curtis. "Aber das stimmt nicht. Ich habe dabei noch nie eine Orgie gehabt" (www.neilcurtis.com).


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