STANDPUNKT: Blutspende

Politik | E.W | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Vergessen Sie Karl Schlögl, Michael Häupl und Caspar Einem. Sie haben keine Chance. Von Alfred Gusenbauer brauchen wir gar nicht erst reden. Der ist ja fast noch ein Juso. Brigitte Ederer? Eine Frau kommt vielleicht in fünfzehn Jahren an die Reihe. Frühestens. Heißester Tip für die Nachfolge Viktor Klimas als SPÖ-Chef ist ein ganz anderer: sein Vor-Vorgänger Fred Sinowatz. Der Mann hat schließlich Erfahrung darin, wie man eine Partei verwaltet und mit Niederlagen lebt. Das ist in der SPÖ derzeit gefragt. Zumindest, wenn das Beispiel Kärnten Schule macht. Peter Ambrozy ist nach einer Kampfabstimmung gegen Melitta Trunk neuer alter Landesparteichef. 1994 wegen notorischer Erfolglosigkeit abgewählt, 1997 wegen einer Unterschriftenaffäre aus dem Landtagsklub verjagt, feierte Ambrozy am Samstag ein "glanzvolles Comeback". Wenn die Kärntner Genossen unbedingt eine Frau an der Spitze verhindern wollten, dann hätten sie sich wenigstens einen frischeren Kandidaten suchen können. Um die Personalreserven der SPÖ ist es offenbar traurig bestellt. Ambrozy ist Präsident des Roten Kreuzes Kärnten. Vielleicht kann er der SPÖ zur Blutauffrischung ein paar Konserven zukommen lassen. Sonst droht am Ende wirklich noch die Rückkehr von Fred "Es ist alles so kompliziert" Sinowatz.


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