Geschichte unter Hausarrest

ZEITGESCHICHTE Neue Regierung, alte Idee: Die schwarz-blaue Koalition will ein Geschichtsmuseum nach den Proporzplänen der alten SP-VP-Regierung bauen.

Politik | SIEGFRIED MATTL und ALBERT MÜLLER | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Am Anfang stand Leon Zelmans Idee, im Palais Epstein am Wiener Ring ein "Haus der Toleranz" einzurichten. Vom Palais, das nun für administrative Zwecke des Parlaments adaptiert werden soll, ist heute jedoch nicht mehr die Rede. Stattdessen werden zwei konkurrierende "Machbarkeitsstudien", die eine aus der Feder Anton Pelinkas (im Auftrag von Ex-Wissenschaftsminister Caspar Einem, SPÖ), die andere von Stefan Karner und Manfried Rauchensteiner (im Auftrag von Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer, ÖVP), kontroversiell debattiert. Beide stießen zuletzt bei einer Enquete des Wiener Zeitgeschichteinstituts auf weitgehende Ablehnung.

ÖVP-Staatssekretär Franz Morak will nun beide Studien zusammenführen. Rund 500 Millionen Schilling würde jede für sich und ohne Ankaufs- und Programmkosten erfordern. Die blau-schwarze Regierung schickt sich damit an, die rot-schwarze Proporzlösung vom Dezember 1999 als eine Unio mystica von Toleranz und Zeitgeschichte tatsächlich umzusetzen. Selten wurde


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