Unerhörtes Verhör

Asyl Zumindest in einem Fall ist nachgewiesen, dass Beamte des Bundesasylamtes Flüchtlingen mit Freiheitsentzug drohen, wenn diese nicht die erwünschten Antworten geben.


FLORIAN KLENK
Politik | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Asylwerber erhalten ein faires Verfahren, in dem geklärt wird, ob sie verfolgt sind. Sie haben die Möglichkeit zu berufen und schließlich die Höchstgerichte anzurufen. Bis der Staat nicht über ihr Asyl entschieden hat, werden sie nicht abgeschoben oder bestraft. So stehts im Gesetz. So versprechen es alle Innenminister.

Die Wahrheit sieht - zumindest in einem dokumentierten Fall - anders aus. Ein dem Falter vorliegender Asylakt beweist, wie das Bundesasylamt in Traiskirchen einen Flüchtling mit Freiheitsentzug bedroht und trotz offenen Asylverfahrens die Schubhaft veranlasst hat.

Oktober 1999. Postamt von Freetown, Sierra Leone. Ein Verwandter steckt der Briefsortiererin Khadijatu Kamara, 24, ein Päckchen mit Fotos und eine Videokassette zu. Auf den Fotos sieht man zerstückelte Menschen, denen Gedärme aus dem Bauch hängen. Davor halten Rebellen abgeschlagene Köpfe in die Kameras. Es sind aktuelle Fotos, die demjenigen, der sie besitzt, in Sierra Leone vielleicht das Leben kosten

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