Kommentar: Was macht Franz Morak so böse?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

"Morak macht Widerstand", dichtete der Schriftsteller Michael Scharang 1983 auf das Cover der LP "Sieger sehen anders aus". Heute provoziert Morak (siehe auch das Porträt auf den folgenden Seiten) nur noch Widerstand gegen die eigene Person. Als der neue Kunststaatssekretär am vergangenen Sonntag im Burgtheater an einer Diskussion zur Lage der Nation teilnahm, wurde er mit wütenden Buhrufen und naheliegenden Schmähungen ("Sieger sehen anders aus!") begrüßt.

Mitleid muss man mit Morak nicht haben. Zweifellos aber befindet sich der Mann in einer alles andere als beneidenswerten Situation. Und, was vielleicht das Schlimmste daran ist: Er kann sich nicht einmal wehren. Es geht nämlich nicht darum, was der Kunststaatssekretär Morak sagt oder tut - darüber könnte man ja diskutieren. Es geht um einen viel grundsätzlicheren Vorwurf: Morak wird von der Künstlerschaft als Verräter geächtet. Dadurch, dass er den Job angenommen hat, hat er sich auch schon schuldig gemacht. Zu Recht wird


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