Endstation Ballhausplatz

KULTURPOLITIK Was treibt Franz Morak? Der neue Kunststaatssekretär war Burgschauspieler und Rocksänger, Peymann- und Haidergegner, Kulturmaschinist und liberaler ÖVP-Dissident. Mit seiner neuen Rolle hat er sich endgültig zwischen alle Stühle gesetzt.

Kultur | CARSTEN FASTNER und WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Am vergangenen Sonntag stand Franz Morak zum vielleicht letzten Mal auf der Bühne des Burgtheaters. Das Stück hieß "Gehen oder bleiben?", und Morak spielte darin die denkbar undankbarste Rolle. Diskutiert wurde an diesem Sonntagvormittag über die neue Regierung, und sowohl auf der Bühne als auch im übervoll besetzten Zuschauerraum saßen ausschließlich Gegner des neuen Kunststaatssekretärs, der sich in verzweifelte Stehsätze flüchtete ("Lassen Sie uns arbeiten!") und insgesamt ein Bild des Jammers abgab. Dass Morak sich der Diskussion - im Unterschied zu einem Gespräch mit dem Falter, für das vorerst kein Termin gefunden werden konnte - überhaupt gestellt hatte, war immerhin mutig; dass dabei nichts herauskommen konnte, war allerdings vorauszusehen. Es geht nicht um Details, es geht ums Prinzip. "Als Künstler dürfen Sie schon aus rein epidermischen Gründen nicht in so einer Regierung mitmachen!", brachte der Regisseur Luc Bondy das Dilemma auf den Punkt.

Für Burg-Kollegen


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