"Die Pflicht, nicht das Recht"

PHILOSOPHIE UND POLITIK Der französische Starphilosoph Jacques Derrida über die Regierungskrise in Österreich und die Folgen für Europa.

Kultur | ARMEN AVANESSIAN | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Jacques Derrida, 1930 im algerischen El-Biar geboren und aufgewachsen, zählt zu den bedeutendsten Philosophen der Gegenwart. Stets hat er sich aber auch politisch engagiert. Ein Engagement, das er etwa 1982 mit einer mehrtägigen Inhaftierung in Prag bezahlt hat, aus der er erst nach Intervention des damaligen Staatspräsidenten Mitterrand entlassen wurde. Nachdem in seinen Publikationen der letzten Jahre des Öfteren bereits im Titel politische Themen anklingen ("Marx' - Gespenster", "Gesetzeskraft", "Das andere Kap - Die vertagte Demokratie - Zwei Essays zu Europa"), gilt er nicht mehr nur einer eingeweihten Schar von Lesern als politischer Denker. Seine Bücher gelten als schwer verständlich, Interviews verweigert er nach Möglichkeit. Aus Anlass der Vorgänge in Österreich hat sich Jacques Derrida jedoch spontan zu einem "politischen Interview" bereit erklärt.

Falter: Monsieur Derrida, Sie haben sich in Ihren Essays und Büchern zuletzt verstärkt mit Europa beschäftigt. Wie schätzen


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