Berg in der Manege

STAATSOPER Da kann doch was nicht stimmen: Willy Decker erhielt für seine Inszenierung von Alban Bergs "Lulu" ungeteilten Jubel.

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Was hat Willy Decker eigentlich falsch gemacht? Dem Regisseur ist es mit seiner Inszenierung von Alban Bergs Oper "Lulu" gelungen, dass nach der Premiere kein einziges Buh zu hören war - obwohl in der Staatsoper lautstarke Proteste gegen das "Regietheater" und Rufe nach der "bedingungslosen Unterordnung unter den Willen des Komponisten" (ein Stehplatzbesucher) beinahe schon so obligat sind, dass sie gar keinen Anlass mehr brauchen. Selbst die einschlägig bekannten Kritiker von Kurier und Presse zeigten sich über die Neuproduktion nicht entsetzt.

Mag sein, dass diese breite Zustimmung ganz einfach mit dem Werk zusammenhängt. Alban Bergs packende Wedekind-Vertonung hat ihren eigenen Fankreis und gehört eher nicht zu den Herzensangelegenheiten der Wagner- und Strauss-Jünger. Zudem wurden hitzige Werktreue-Verfechter schon im Vorfeld mit einer Grundsatzentscheidung beruhigt: Anders als mittlerweile üblich ist an der Staatsoper die unvollendet gebliebene zweiaktige "Originalfassung" der


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