STREIFENWEISE

I.REICHER/M.OMASTA | Kultur | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Mein schönstes Ferienerlebnis: Leonardo DiCaprio und sein Team haben, wie allerorten kolportiert wurde, einen naturgeschützten Strand mit importierten Palmen und anderem Filmzubehör nachhaltig verunstaltet. Und das alles wegen "The Beach", dem Film von Danny Boyle ("Trainspotting") nach dem gar nicht so üblen Roman von Alex Garland. Mit schrägen Perspektiven und Weitwinkel-Optik, schnellem Schnitt und viel Soundtrack-Rhythmus reißt man uns hier immer wieder gewaltig die Augen auf. Kurzzeitig ist das sogar ganz hübsch anzusehen (lobende Erwähnung der Leo-im-Dschungel-Computergame-Sequenz).

Aber der Film ist trotz punktueller Verwilderung seines Helden - eines US-Rucksacktouristen, der eine sagenhafte geheime Bucht entdeckt und sich der dort ansässigen westlichen Aussteiger-Community anschließt - die ziemlich zahme und ziemlich abgedroschene Selbstfindungsgeschichte eines Jungmannes, der fremdes Terrain (ob thailändische Inseln oder französische Tramperinnen) temporär in Anspruch

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