AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Nicht nur Österreich, auch die Arbeit steckt in einer Krise. Einer der ersten, der Letzteres bemerkte, war der emigrierte Sozialwissenschaftler Andre Gorz, der bereits vor 20 Jahren den Abschied vom Proletariat verkündete. In seiner neuen Studie, "Arbeit zwischen Misere und Utopie", fordert er nun dazu auf, "den Mut aufzubringen, den Exodus aus der ,Arbeitsgesellschaft' zu wagen". Die Schlüsselfrage besteht für ihn dabei darin, wie trotz des Rückgangs konventioneller Beschäftigungsverhältnisse ein gedeihlicher gesellschaftlicher Zusammenhalt bewahrt werden kann. Doch wie soll das gelingen?

Einer der utopisch anmutenden Lösungsvorschläge von Gorz - die Entkoppelung der Höhe des Einkommens von der Länge der Arbeitszeit - ist im Konzept der "Bürgergesellschaft" des deutschen Soziologen Ulrich Beck weitergedacht worden. Ausgehend von der Diagnose, dass der wild gewordene Neoliberalismus gerade auch in Sachen "Schöne neue Arbeitswelt" zu einer "Brasilianisierung" Europas führe,


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