NÜCHTERN BETRACHTET: Ich bin ziemlich schwach in Wohnen

Kultur | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Wohnen ist nicht gerade meine Stärke. Ganz im Gegenteil - ich bin ziemlich schwach in Wohnen; ein Mangel, der allenfalls noch von meiner flagranten Talentlosigkeit auf dem Gebiet der Darstellung von Zylinderdurchdringungen unterboten wird.1 Es ist jedenfalls ziemlich unwahrscheinlich, dass ich je einen Auftritt in dieser Fernsehserie haben werde, in der Menschen einem sympathischen Schnauzbartträger erzählen, dass sie ein Leben lang nur Maschinensemmeln und Milchmargarine gegessen haben, um sich endlich ihr Traumhaus bauen zu können, in dem man das Bad über eine Außentreppe und das Schlafzimmer durch den Kamin betreten muss. Nein, Wohnen ist für mich nicht mit Ganzglasfronten, energiesparenden Altkochfettheizungen und Wendeltreppen aus mondgeschlägertem Mostbirnbaumholz verbunden, sondern mit Haufen unterschiedlichsten Wohnguts, in deren untersten Schichten Hüllen von Hardbop-CDs, medizinische Lippenschonstifte, original englische Rundteebeutel und Reisepässe zart vor sich hin


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