Stadtrand: Hängen lassen

Stadtleben | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Dank der "demokratischen Spaziergänge" nach Dienstschluss kommt man endlich mal wieder herum in der Stadt. Dabei fällt auf, dass viele Geschäftsleute nach dem ganzen Weihnachts- und Millenniums- und sonstigen Rummel offensichtlich voll darauf vergessen haben, die Restln zu entfernen. So hängt beim neuen Meinl am Graben noch immer die weihnachtliche Glühbirnenbeleuchtung vorm Haus. Auch das Cafe Ritter hat die immergrünen Tannengirlanden mit den Lämpchen noch nicht von seiner Fassade entfernt. Wer jetzt als Unternehmer nicht die Nerven wegschmeißt und die X-Mas-Deko heil über den Sommer bringt, erspart sich im Herbst sogar noch das lästige Aufhängen! Schön sind auch die Countdown-Uhren, die damals, im letzten Jahrhundert, die verbleibenden Sekunden bis zum 1. Jänner 2000 anzeigten. Die Riesenuhr am Kaufhaus Gerngross hat zum Beispiel brav weiter die Sekunden heruntergezählt, ist aber wenige Tage nach Silvester stehen geblieben. Auf Punkt 9279206. Auch schön. Die Bank Austria hat ihre Runterzähluhr beim Haas-Haus gleich als ganz normale Zeitanzeige recycelt. Nur den 2000er, der über der Neubaugasse einsam vor sich hinwittert, sollte man vielleicht rechtzeitig demontieren. In den nächsten zehn Monaten. Oder so.

C. W.


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