Paraden-Import

JUGENDKULTUR Ab heuer heißt die Free Party "Love Parade", und statt über den Ring zu spazieren, wird am 1. Juli für Völkerverständigung über die Donau getanzt.

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 07/00 vom 16.02.2000

Als letzten Sommer 150.000 größtenteils junge Menschen mit Trucks, Soundsystemen und viel Spaß über den Ring zogen, war das Wiens sechste und gleichzeitig letzte "Free Party". Seit seiner Gründung verstand sich der Umzug als "Statement zur Förderung der Jugendkultur" und hatte auch entsprechende Forderungen: Man war gegen den Behördenunfug oder für die Rettung des Regenwaldes. Zumindest was Wien betrifft, sind die Forderungspunkte mittlerweile weitgehend erfüllt. Sperrstundenverlängerungen einzuholen ist kein Problem mehr, Behördenwege wurden vereinfacht. Für das Recht auf Party zu kämpfen hat sich erübrigt. Das Feiern selbst hingegen nicht.

Großes Vorbild der Wiener Free Party war von Beginn an die Love Parade, die seit 1989 allsommerlich und mit stets wachsender Teilnehmerzahl in Berlin stattfindet. Demonstrierten vor elf Jahren noch einige Tausend für "Friede, Freude, Eierkuchen", lockte das organisierte Abfeiern letztes Jahr eineinhalb Millionen Partygäste aus ganz Europa


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