Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Zynisch gesprochen sind es natürlich prächtige Zeiten für Journalisten und Medien. Ab und zu verschwindet der Zettel "Bitte um Ruhe, Radio-interview" von der Tür des Chefzimmers, ab und zu verstellt das Equipment von Fernsehteams nicht den Weg zum großen Sitzungszimmer, ruft niemand an, um die Telefonnummer diverser österreichischer Schriftsteller zu erfahren, schreibt eine französische Zeitung den Namen eines Falter-Mitarbeiters richtig. Nein, halt, Letzteres passiert eher nicht. Aber wer sind wir, uns zu beschweren? Stattdessen wird hier sofort die große österreichisch-französische Freundschaft ausgerufen (und die Belgier und Griechen können wir gleich auch noch dazunehmen). Die Franzosen wollen Österreich nämlich gar nicht mehr boykottieren - diese Idee scheint, siehe die Aufmachergeschichte des Kulturteils, überhaupt zusehends an Attraktivität zu verlieren -, sondern sind voll solidarisch mit den Gegnern von Schwarz-Blau; kommen nach Wien, um uns das zu verkünden; demonstrieren


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