Vier Führer

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Ein Doppel von Parteiführern kämpft um die Zukunft Österreichs. Oder ist da noch jemand?


Armin Thurnher
Vorwort | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Die Nachkriegszeit ist zu Ende. Die Zukunft der Sozialpartnerschaft ist ungewiss. Europa isoliert, boykottiert, beobachtet das Land, seine Regierung, Haider und die FPÖ. Zugleich beobachtet Österreich sich selbst. Mehr Leute denn je verstehen, worum es geht: Die Modernisierung der Gesellschaft zur Debatte zu stellen. Den ressentimentgeladenen, frechen, rassistischen braunenBodensatz endlich aus der Mitte der gesellschaft in die ihm gebührende Außenseiterposition zurückzudrängen.

Mit Waldheim wurde die zeitgeschichtliche Auseinandersetzung mit dem seit 1945 Verdrängten aufgenommen; das war nicht wenig, denn man hatte sich mit der Staatskonstruktion Österreichs auseinanderzusetzen, mit dem Staat, der auf der Geburtslüge ruhte, Hitler erstes Opfer gewesen zu sein. Auf ihren institutionellen Fundamenten, der Sozialpartnerschaft und der verordneten Harmonie, die alles wollte, nur keine Konflikte, verlernte die Republik, Auseinandersetzungen zu führen. Und vor allem: zivilisiert Gegensätze

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