"Kanzler ist zu wenig"

SPÖ. Der designierte Vorsitzende Alfred Gusenbauer über schlimme Fragen, böse Interventionen, gestohlenen Messwein und das Ende der Sozialpartnerschaft.

Politik | Armin Thurnher und Eva weissenberger | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Der Portier in der Löwelstraße freut sich auf seinen neuen Chef. "Der Gusi ist in der Partei aufgewachsen. Der war schon als Kind bei der SPÖ." Aber noch kommt Viktor Klima jeden Tag in sein Büro in der Parteizentrale, denn der scheidende SPÖ-Vorsitzende nimmt seinen Job ernst. Und so empfängt sein designierter Nachfolger, Alfred Gusenbauer, den Falter noch im Büro des Bundesgeschäftsführers.

Falter: Was haben Sie bei der Demonstration am 19. Februar skandiert? No pasaran?

Gusenbauer: Na, wirklich nicht. Der Lärm war schon groß genug.

Sie streiten ab, dass die SPÖ die Demo vereinnahmt habe. Bei der Demonstration meinte aber einer ihrer Bezirkssekretäre vor dem Parlament: "Das schaut aus wie am 1. Mai."

Das muss doch legitim sein, dass eine politische Partei eine Demonstration unterstützt. Die Bandbreite der Demo ging ja von "Viva la revolucion feminista" bis zu Metallarbeitergewerkschaftern, die das nicht ganz so sehen. Die Ausdrucksformen reichten von Trillerpfeifen bis zu roten


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