SPÖ IN DER KRISE. Mut der Verzweiflung

Politik | Gerald John | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Als vor einem Monat die rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen platzten, war die SP-Parteizentrale in der Löwelstraße im Belagerungszustand. Eintreffende Granden wurden von den neugierigen Journalisten bestürmt. Alfred Gusenbauer hingegen konnte das Hauptquartier vergleichsweise unbehelligt betreten. Ein unbedeutender Funktionär, dachten sich die Medienvertreter. Heute ist das vermeintliche Leichtgewicht designierter neuer Parteichef. Der rasante Aufstieg des 40-Jährigen kam nicht nur für die Journalisten überraschend. "So viel Mut hätte ich der Partei gar nicht zugetraut", wundert sich der sozialdemokratische Europaparlamentarier Hannes Swoboda.

Es war wohl viel Mut der Verzweiflung dabei: Weil der völlig ausgepowerte Noch-Parteichef Viktor Klima ausgerechnet in der Woche der ersten Nationalratssitzung seit der Wende einen Urlaub einlegen musste, brach nicht nur in den Medien, sondern auch in der Partei die Nachfolgediskussion los. Karl Schlögl und Caspar Einem hatten sich selbst


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