Jetzt einmal fesch

PORTRÄT. Mit Law-and-Order-Sprüchen gegen "Unmenschen", Kinderschänder und Drogendealer saust Porschefahrer und Kunstsammler Michael Krüger durch das sensible Justizressort. Experten wiegen besorgt die Köpfe.

Politik | Florian Klenk und Nina Weissensteiner | aus FALTER 08/00 vom 23.02.2000

Michael Krüger hatte die Sektionschefs des Justizministeriums gerade einmal zu einem Antrittsempfang eingeladen, da passierte ihm ein peinlicher Fauxpas: Auf der Suche nach fachlicher Auskunft beauftragte er einen juristisch nicht versierten Sekretär aus seinem Vorzimmer, wichtige Information zusammenzustellen. "Die erfahrenen Juristen des Hauses", grummelt ein Insider, "mussten zur gleichen Zeit Bleistifte spitzen."

Anfängerpech eines gehetzten Ministers oder gewollte Machtdemonstration? Wer sich dieser Tage in Juristenkreisen umhört, der bekommt Worte wie "Magenweh", "Katastrophe" oder "Anti-Michalek" zu hören. Der Grund für die Verstimmungen ist ein flotter Linzer Advokat, der auf seinem Porsche das Schild "LAW 10" montiert hat. Seit drei Wochen ist der Kunstsammler und ehemalige FPÖ-Kultursprecher Michael Krüger Österreichs Justizminister.

"Er hat den Rollenwechsel vom Oppositionspolitiker zum Ressortchef noch nicht durchgemacht", konstatiert Frank Höpfel, Professor fürStrafrecht


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige